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Erkältung bei Babys und Kleinkindern

baby-walz Redaktion | Lesedauer: 8 Minuten | 04.11.2026

Was Du jetzt tun kannst und wann Du zum Kinderarzt musst

Ein Schnupfen ist für ältere Kinder meist lästig, für Babys oft mehr. Die Nase ist verstopft, das Trinken wird anstrengend, und das Kind wirkt unruhig. Dieser Ratgeber zeigt Dir, was Du zu Hause tun kannst, welche Hausmittel für Babys und Kleinkinder passen und woran Du erkennst, dass Du die Kinderarztpraxis anrufen solltest.

Warum ein Schnupfen Babys so stark belastet

Ein Schnupfen ist eine meist virusbedingte Entzündung der Nasenschleimhaut. Babys atmen vor allem durch die Nase. Ist sie verstopft, fällt ihnen das Atmen schwer, und Stillen oder Trinken aus der Flasche wird zur Anstrengung. Dann trinken sie oft weniger und werden schneller schlapp.

Neugeborene haben in den ersten Wochen einen Nestschutz, also Abwehrkräfte, die sie über die Mutter erhalten. Auch die Abwehrstoffe in der Muttermilch unterstützen das Immunsystem. Ein vollständiger Schutz ist das aber nicht. Sobald dieser Schutz nachlässt oder das Baby starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, kann es genauso schnell erkranken wie größere Kinder.

Ein leichter Schnupfen ist bei einem Baby, dem es sonst gut geht, in der Regel nicht gefährlich. Jede überstandene Erkältung trainiert das Immunsystem.

Woran erkennst Du den Unterschied zwischen einem leichten Schnupfen und einer Erkrankung, die ärztlich abgeklärt werden sollte?

Entscheidend ist nicht die Farbe des Nasensekrets, sondern der Allgemeinzustand. Ein Baby mit leichtem Schnupfen niest, hat klares oder zähes Sekret, trinkt noch ausreichend, schläft und lässt sich trösten. Sorgen solltest Du Dir machen, wenn die Atmung erschwert ist, das Baby kaum noch trinkt oder ungewöhnlich schlapp und teilnahmslos wirkt.

Woran Du eine Erkältung beim Baby erkennst

Eine Erkältung zeigt sich bei Babys meist früh, und zwar oft zuerst im Verhalten.

Anzeichen im Verhalten: Babys schreien häufiger, sind unruhig oder auffallend müde. Ältere Kleinkinder verlieren eher den Appetit. Babys dagegen haben oft Hunger, können aber wegen der verstopften Nase nur schwer trinken.

Körperliche Anzeichen: Husten, Niesen, eine verstopfte oder laufende Nase und häufig eine erhöhte Körpertemperatur. Durch das ständige Wischen werden Nasenflügel und Oberlippe rau und trocken.

Ab wann Du mit dem Baby zum Kinderarzt musst

Bei Babys unter drei Monaten gilt: Eine rektal gemessene Temperatur ab 38,0 °C sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden, auch wenn sonst keine Symptome auffallen. Bei älteren Kindern spricht man ab 38,5 °C von Fieber. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) empfehlen dieses Vorgehen. Ist Dir unklar, ob es ein ernster Verlauf ist, ruf in der Praxis an.

Kontaktiere noch am selben Tag die Kinderarztpraxis, den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst oder eine Notfallambulanz, wenn eines der folgenden Zeichen auftritt:

  • Dein Baby trinkt schlecht oder fast gar nicht oder erbricht wiederholt.

  • Es hat deutlich weniger nasse Windeln als sonst oder einen trockenen Mund.

  • Es atmet schwer, schnauft oder macht pfeifende Atemgeräusche, auch nachdem Du den Schleim aus der Nase entfernt hast.

  • Es wirkt ungewöhnlich schlapp, schreit anhaltend oder lässt sich kaum beruhigen.

  • Die Haut verfärbt sich, oder es zeigen sich dunkelrote oder blaue Flecken, die sich nicht wegdrücken lassen.

  • Die weiche Stelle am Kopf (Fontanelle) ist vorgewölbt.

  • Das Fieber bei einem älteren Kind steigt über 38,5 °C.

  • Ein neuer Hautausschlag tritt auf.

  • Der Schnupfen hält länger als eine Woche an.

  • Du vermutest Ohrenschmerzen.

  • Dein Kind hat eine Vorerkrankung oder ein geschwächtes Immunsystem.

Bei starker Atemnot, Bewusstseinsveränderungen oder wenn Du niemanden erreichst, wählst Du den Notruf 112.

Auch ohne eines dieser Zeichen darfst Du zum Arzt gehen, wenn Du Dir Sorgen machst. Du kennst Dein Kind am besten. Deine eigene Sicherheit ist ebenfalls wichtig, denn ein ruhiges Gefühl hilft Dir, Dein Baby gut zu versorgen.

Hausmittel für Säuglinge und Kleinkinder

Hausmittel lindern die Beschwerden und erleichtern das Trinken. Sie ersetzen aber keine ärztliche Abklärung. Was bei Erwachsenen hilft, ist für Babys nicht automatisch geeignet. Deshalb gilt: Im Zweifel vorher in der Kinderarztpraxis nachfragen.

Geeignete Hausmittel bei Säuglingen und Babys
  • Nase befeuchten: Eine Kochsalzlösung aus der Apotheke kann die Nasenschleimhaut befeuchten und festes Sekret lösen.

  • Sekret absaugen: Mit einem Nasensauger entfernst Du den Schleim vor dem Stillen oder Füttern. So kann Dein Baby wieder leichter atmen.

  • Öfter stillen oder kleine Portionen anbieten: Wenn die Nase zu ist, trinken Babys oft in kleineren Mengen. Häufigere Mahlzeiten helfen, die Flüssigkeitszufuhr zu sichern.

  • Luft angenehm halten: Lüfte regelmäßig und achte darauf, dass die Raumluft nicht zu trocken ist. Ein Luftbefeuchter kann dabei unterstützen. Er muss aber sauber gehalten werden, damit sich kein Schimmel bildet.

  • Warmes Bad: Ein warmes, nicht heißes Bad kann Deinem Baby guttun und es beruhigen. Verzichte dabei auf Zusätze wie ätherische Öle.

  • Nase und Oberlippe versorgen: Bei rauer, trockener Haut trägst Du eine milde, parfümfreie Wund- oder Heilsalbe auf.

Geeignete Hausmittel bei Kleinkindern
  • Viel trinken: Wasser oder ungesüßter Tee hält die Schleimhäute feucht. Tee sollte für Kinder geeignet sein.

  • Warme Suppe: Eine Hühnersuppe ist eine angenehme Flüssigkeitsquelle und lässt sich gut zwischendurch essen.

  • Nasenspülung und Absaugen: Auch bei Kleinkindern kann eine Kochsalzlösung die Nase befeuchten. Die Methode besprichst Du mit der Kinderarztpraxis.

  • Warmes Bad und Nasenpflege: Wie bei Säuglingen, mit milder, parfümfreier Salbe.

Was Du bei Babys nicht geben oder anwenden solltest

Honig: tabu bis zum ersten Geburtstag

Honig ist für Babys unter einem Jahr nicht geeignet. Er kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten. Im noch unreifen Darm des Babys können sich daraus Gifte bilden, die Säuglingsbotulismus auslösen. Die Erkrankung ist selten, kann aber lebensbedrohlich sein. Auch Ahornsirup und Maissirup sollten Babys unter einem Jahr nicht bekommen. Industriell hergestellte Babynahrung mit Honig gilt laut Fachbehörde als unbedenklich. Ab dem ersten Geburtstag ist Honig in der Regel unbedenklich.

Ätherische Öle und Erkältungsbäder

Ätherische Öle wie Menthol, Kampfer oder Eukalyptus können die Schleimhäute reizen und die Atmung beeinflussen. Reibe sie nicht auf Brust oder Nase Deines Babys, tropfe sie nicht ins Bett und verdampfe sie nicht neben dem Kopf des Kindes. Auch Erkältungsbäder mit solchen Zusätzen lässt Du weg.

Hustentee-Mischungen für Erwachsene

Teemischungen für Erwachsene können Zutaten enthalten, die für Babys und Kleinkinder nicht geeignet sind. Greife nur zu Tees, die ausdrücklich für Kinder vorgesehen sind, und frag vorher in der Kinderarztpraxis nach.

Medikamente nur nach Absprache

Medikamente gegen Fieber oder Schnupfen gibst Du Deinem Kind nur nach vorheriger Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Die passende Dosierung legt die Ärztin oder der Arzt fest. In diesem Ratgeber gibt es keine Dosierungsangaben.

Kissen und Decken im Babybett

Ein erhöhter Kopf schafft bei Babys keine bessere Atmung, wenn Du ein Kissen oder eine zusammengerollte Decke unter die Matratze legst. Solche Lösungen erhöhen das Risiko für den Plötzlichen Kindstod (SIDS) und für Ersticken. Sicher ist: Dein Baby schläft auf dem Rücken, auf einer festen, ebenen Matratze, ohne Kissen und ohne lose Decke. Ein Babyschlafsack ist eine sichere Alternative zur Decke. Beobachtungsgeräte senken das Risiko nicht und werden nicht empfohlen.

Wie beugst Du Erkältungen bei Babys vor?

Eine Erkältung lässt sich nicht vollständig verhindern. Du kannst das Risiko aber senken:

  • Hände waschen: Wasche Deine Hände regelmäßig, besonders nach Kontakt mit erkälteten Menschen und vor dem Essen des Babys.

  • Kontakt begrenzen: Halte Abstand zu Menschen mit Infekten, wenn das möglich ist.

  • Rauchfrei bleiben: Passivrauchen belastet die Atemwege. Bei Neugeborenen kann Nikotin die Atemsteuerung stören. Rauchfreie Wohnräume sind deshalb besonders wichtig.

  • Impfungen und Vorbeugung besprechen: Frag bei der Kinderarztpraxis nach, welche Impfungen und Vorbeugemaßnahmen für Dein Baby empfohlen sind. Dazu gehört auch die Frage, ob es eine Vorbeugung gegen das RS-Virus gibt.

Was ist mit Corona?

Eine Covid-19-Infektion lässt sich von einer harmlosen Atemwegsinfektion nicht eindeutig unterscheiden. Typisch können Fieber, Husten, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit sein. Bei Verdacht sprichst Du mit der Kinderarztpraxis über das weitere Vorgehen. Aktuelle Informationen findest Du beim Robert Koch-Institut (RKI).

Unser Tipp:

Miss Fieber bei Babys unter drei Monaten rektal, also im Po. Der BVKJ empfiehlt diese Methode bei den Kleinsten. Notiere Uhrzeit und Messwerte. So kannst Du den Verlauf in der Praxis gut schildern.

FAQs zu Erkältung bei Babys und Kleinkindern

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Quellen: https://www.emmanoah.de/blogs/emma-noah/was-bedeutet-eigentlich-tog, https://www.kindergesundheit-info.de/themen/schlafen/0-12-monate/schlafumgebung/ https://www.gesundheitsinformation.de/fieber-bei-kindern-wann-in-die-arztpraxis.html, https://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/ploetzlicher-kindstod-sids/vorbeugung-kindstod/, https://www.rki.de

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