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28. Schwangerschaftswoche (SSW)

baby-walz Redaktion | Lesedauer: 9 Minuten | 05.11.2026
28. Schwangerschaftswoche

Was bei Deinem Baby passiert und worauf Du jetzt achten solltest

Mit der 28. Schwangerschaftswoche beginnt das letzte Drittel Deiner Schwangerschaft. Dein Baby wächst, seine Lunge reift weiter und das Immunsystem arbeitet bereits. Für Dich bringen die kommenden Wochen mehr Vorsorgetermine, erste Beschwerden und oft den Start in die Geburtsvorbereitung. Dieser Ratgeber erklärt, was in dieser Woche passiert und was Du jetzt wissen solltest.

Dein Baby in der 28. SSW: Entwicklung im Überblick

In der 28. SSW wiegt Dein Baby im Durchschnitt etwa 1.100 Gramm und misst rund 36 bis 37 Zentimeter. Jedes Kind wächst individuell, deshalb beurteilt Deine Hebamme oder Frauenärztin das Wachstum bei den Vorsorgeterminen.

Wichtige Entwicklungsschritte in dieser Woche sind:

  • Gehirn: Das Gehirn entwickelt sich weiter, und es bilden sich immer mehr Windungen aus.

  • Lunge: Die Lunge reift weiter. Ab etwa dieser Woche bildet das Baby vermehrt Surfactant. Dieser Stoff verhindert, dass die Lungenbläschen beim Ausatmen zusammenkleben. Die Lungenreifung ist aber noch nicht abgeschlossen.

  • Immunsystem: Über die Plazenta gibst Du Antikörper an Dein Baby weiter. Diese Menge steigt bis zur Geburt. Das Baby nutzt diesen sogenannten Nestschutz noch einige Wochen nach der Geburt.

  • Bewegung: Der Platz im Bauch wird knapp. Die Tritte und Boxhiebe fühlen sich deshalb manchmal kräftiger an, werden aber seltener. Manche Bewegungen siehst Du sogar von außen durch die Bauchdecke.

Die Lage Deines Babys

Viele Babys liegen in der 28. SSW schon mit dem Kopf nach unten. Das kann sich aber schnell wieder ändern, denn Dein Baby hat noch genug Raum, sich zu drehen. Die meisten Babys drehen sich bis etwa zur 36. SSW in die Schädellage. Die Lage kontrolliert Deine Hebamme oder Frauenärztin bei den Vorsorgeterminen.

Frühgeburt in der 28. SSW: Überlebenschancen und Versorgung

Ein Baby, das in der 28. SSW zur Welt kommt, hat heute gute Überlebenschancen. Das Baby braucht aber fast immer Hilfe: Es kommt meist auf die Intensivstation für Neugeborene, und die Atmung wird oft unterstützt. Die Atmung ist in dieser Woche schon so weit entwickelt, dass das Baby rhythmische Atembewegungen steuern kann.

Eine Frühgeburt ist eine Geburt vor der vollendeten 37. SSW. Falls eine Frühgeburt droht, können Ärztinnen und Ärzte die Lungenreife unterstützen. Dafür bekommst Du in der Regel zwei Spritzen mit einem Kortisonpräparat im Abstand von 24 Stunden. Das Kortison gelangt über das Blut zum Baby und beschleunigt die Lungenreife.

Wie gut sich ein Frühchen entwickelt, hängt stark von der Klinik, der Lungenreife und dem Geburtsgewicht ab. Spätfolgen treten bei Geburten in der 28. SSW seltener auf als bei früheren Geburten. Eine persönliche Prognose kann nur das Behandlungsteam geben.

Vorsorge ab der 28. SSW: Termine und Untersuchungen

Ab der 28. SSW gehst Du nach den Mutterschafts-Richtlinien alle vier Wochen zur Vorsorge. Ab der 32. SSW sind es alle zwei Wochen. Plane deshalb mehr Zeit für Deine Termine ein.

Bei jedem Termin werden in der Regel Dein Gewicht und Blutdruck gemessen und Dein Urin untersucht. Alle Ergebnisse trägst Du in Deinen Mutterpass ein.

Zu diesem Zeitpunkt stehen außerdem einige Untersuchungen an:

  • Zuckertest: Zwischen der 24. und 28. SSW wird der Zuckertest (oraler Glukosetoleranztest) empfohlen, falls er noch nicht gemacht wurde.

  • Anti-D-Spritze: Wenn Du Rhesus-negativ bist, bekommst Du zwischen der 28. und 30. SSW in der Regel eine Spritze mit Anti-D-Immunglobulin. Sie verhindert, dass Dein Körper Antikörper gegen ein Rhesus-positives Kind bildet (G-BA, Mutterschafts-Richtlinien).

  • Dritter Basis-Ultraschall: Dieser ist etwa in der 30. SSW vorgesehen. Die Teilnahme ist freiwillig. Du entscheidest zusammen mit Deiner Hebamme oder Frauenärztin, welche Untersuchungen Du möchtest.

Das CTG: Wann es eingesetzt wird

Ein CTG (Cardiotokogramm) zeichnet die Herztöne Deines Babys und Deine Wehentätigkeit auf. Es ist kein Routinetest bei jeder Vorsorge. Es wird vor allem eingesetzt, wenn es Anzeichen für Wehen oder Auffälligkeiten gibt. Wenn Dein Arzt oder Deine Ärztin ein CTG vorschlägt, frage nach dem Grund.

Was sich bei Dir verändert

Dein Bauch wird weiter größer, und Dein Körper stellt sich auf die Geburt ein. Die Gebärmutter wächst im oberen Bereich und drückt auf Deine inneren Organe. Dadurch kannst Du schneller außer Atem sein oder Sodbrennen bekommen. Das Baby drückt im Unterleib nach unten, und Dein Bauch kann sich deshalb tiefer anfühlen.

Viele Schwangere klagen in dieser Phase über Wassereinlagerungen in den Beinen, Krampfadern, Rückenschmerzen oder Sodbrennen. Für viele Beschwerden helfen Bewegung im Alltag, regelmäßige Pausen mit erhöhtem Oberkörper und bequeme Kleidung. Sprich bei starken Beschwerden mit Deiner Hebamme oder Frauenärztin.

Plötzliche starke Schwellungen im Gesicht oder an den Händen, starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen müssen Deine Frauenärztin oder Deine Klinik sofort wissen.

Geburtsvorbereitung: Kurse, Partner und offene Fragen

In der 28. SSW starten viele Geburtsvorbereitungskurse. In diesen Kursen geht es um Fragen zur Geburt und zur ersten Zeit danach, um Gebärpositionen und um Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen Kurs. Auf Wunsch kann auch Dein Partner oder Deine Partnerin teilnehmen.

Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt: den passenden Ort finden

Es ist nicht zu früh, jetzt verschiedene Kliniken und Geburtshäuser anzuschauen. Viele Einrichtungen veranstalten regelmäßig Tage der offenen Tür, bei denen werdende Eltern sich in Ruhe informieren können. Eine Hausgeburt kann für Dich und Deinen Partner ebenfalls eine Option sein. Wichtig ist, dass sich Dein/e Partner/in oder Du selbst bei der Geburt wohlfühlt. Spüre beim Besuch nach, ob das Bauchgefühl stimmt. Weitere Informationen zur Hausgeburt findest Du in Ratgeber "Hausgeburt oder Krankenhausgeburt?"

Stillen oder Fläschchen: Die Entscheidung liegt bei Dir

Ob Du stillst oder mit dem Fläschchen fütterst, entscheidest Du selbst. Schon vor der Geburt kannst Du Dich mit den Möglichkeiten vertraut machen. Eine Stillberatung bei der Hebamme hilft Dir dabei, eine Entscheidung zu treffen, die zu Dir passt.

baby-walz Tipp: Schreib Dir in dieser Woche auf, welche Fragen Du bei der Geburtsvorbereitung oder bei Deiner Hebamme stellen möchtest. Notiere auch, was Dir bei der Geburt wichtig ist, zum Beispiel wer dabei sein soll. Das hilft Dir, in den Terminen nichts zu vergessen.

Warnzeichen: Wann Du sofort handeln solltest

Viele Beschwerden in der späten Schwangerschaft sind harmlos. Einige Anzeichen musst Du aber sofort abklären lassen:

  • Regelmäßige oder schmerzhafte Wehen: Wenn Wehen regelmäßig kommen, dichter werden oder schmerzhaft sind, kontaktierst Du sofort Deine Klinik oder Hebamme. Vor der 37. SSW gilt das als Warnzeichen für eine Frühgeburt.

  • Blutungen: Jede Blutung in der Schwangerschaft wird ärztlich geklärt.

  • Fruchtwasserabgang: Klare Flüssigkeit, die tröpfchenweise oder als Schwall abgeht, muss abgeklärt werden.

  • Deutlich weniger Kindsbewegungen: Ruf in der Klinik oder bei Deiner Hebamme an und warte nicht ab .

  • Starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder plötzliche starke Schwellungen: Kontaktiere sofort Deine Frauenärztin oder Klinik. Bei akuten Beschwerden ruf den Notruf 112 an.

Bei akuten Beschwerden erreichst Du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder den Notruf unter 112 in Deutschland und Österreich. In der Schweiz erreichst Du den Rettungsdienst unter 144. Wenn Du unsicher bist, ruf lieber einmal zu viel an.

FAQs zu 28. SSW

Die 28. SSW ist der Beginn eines neuen Abschnitts. Dein Baby wächst, seine Lunge reift und sein Immunsystem arbeitet schon. Für Dich heißt es: mehr Vorsorgetermine, Zeit für die Geburtsvorbereitung und ein Blick auf die Möglichkeiten für Deine Geburt und die Zeit danach. Nimm Dir Zeit für die Fragen, die Dich beschäftigen, und sprich Warnzeichen sofort an.

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Quellen: https://www.g-ba.de/richtlinien/19/, https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/schwangerschaftsvorsorge-und-begleitung/vorsorge-zur-sicherheit/, https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Staendige-Impfkommission/Empfehlungen-der-STIKO/Empfehlungen/Impfkalender.pdf

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